Samstag, 11. August 2012

Noch mehr Meer in New South Wales


01/08 – 10/08/12

Am Morgen des ersten August ließen wir Queensland dann hinter uns. Wir hatten uns gegen einen Stop im extrem touristischen "Surfers Paradise" entschieden, welches voller Hochhäuser und Partyurlauber ist. Deshalb legten wir unseren ersten Stopp im Bundesstaat New South Wales im sehr viel beschaulicheren „Byron Bay“ ein. In Byron Bay, so scheint es, ist die Welt noch in Ordnung. Keine Hektik, keine Hochhäuser, relativ kurze Wege und traumhafte Strände.



Surfen kann man hier, wie in Surfers Paradise, auch, man hat jedoch den Vorteil, dass es nicht so überfüllt ist. So entschlossen wir uns auch ganz spontan an unserem zweiten Tag (Do, 02/08) eine Surfstunde zu nehmen. Diese sollte um 12 Uhr anfangen. Am Morgen haben wir noch „schnell“ eine kleine Wanderung zum östlichsten Punkt Australiens gemacht. Für die 6 km haben wir nur eine schlappe Stunde gebraucht ;)).




Pünktlich um 12 Uhr kam uns dann unser Surflehrer von der „Cool Cats Surfschule“ abholen. Nachdem wir eingekleidet waren, sprich uns in die Wetsuits gezwängt hatten und jeder ein passendes Board bekommen hatte, ging’s auch schon los.



Eine kurze Erklär-Runde mit Trockenübungen am Strand und zack, waren wir schon im Wasser. Bastian legte einen Blitzstart hin. Schon bei seinem ersten Versuch schaffte er es, perfekt zu stehen und die Welle bis zum Strand zu reiten. Am Ende der 4 Stunden hatte jeder aus der Gruppe mehrere Wellen über mindestens 40 Meter gestanden. (Sonst hätte man auch sein Geld zurück bekommen, da der Surflehrer dafür eine Garantie versprochen hatte)
Am nächsten Morgen (03/08) war es dann mal wieder Zeit die Sachen zu packen und weiter zu reisen. Unser Ziel lautete diesmal „Coffs Habour“.
Dort blieben wir drei Tage in einem schönen Hostel mit vielen Angeboten. Samstags spazierten wir zuerst durch den botanischen Garten und sahen dort mal wieder einen frei lebenden Koala :) 



Nachmittags liehen wir uns ein Kanu in unserem Hostel aus, um ein wenig auf dem Coffs Creek herumzupaddeln. Nach ein Paar kleinen Startschwierigkeiten klappte das auch ganz gut und wir sahen Kormorane, Reiher und Enten entlang einer schönen Mangrovenlandschaft.




Am Tag unserer Abreise (05/08) besuchten wir neben dem lokalen Sonntags-Markt dann noch die „Muttonbird Insel“, die man auch zu Fuß erreichen kann. Von dort aus versuchten wir Wale zu beobachten, sahen allerdings nur Delphine.



Am späten Nachmittag stiegen wir dann in den altbekannten Greyhoundbus, der uns diesmal nach „Nambucca Heads“ bringen sollte. Dort hatten wir uns für eine Nacht auf dem „Aukaka Caravan Park“ eine Cabin gemietet, da es in diesem Ort keine Hostels gibt. Über Nambucca Heads gibt es an sich nicht viel zu sagen. Wieder gibt es viele sehr schöne Strände ;) Die „V-Wall“, eine Mauer, die aus vielen von Touristen gestalteten Steinen besteht, ist wohl das Highlight der Stadt.




Vom kleinen beschaulichen Nambucca Heads ging es dann am Montag (06/08) weiter nach „Port Macquarie“. Port Maquarie ist die dritte Stadt, die in Australien gegründet wurde und diente zunächst als Straflager für rückfällige Straftäter. Heute hat sich Port Maquarie aber eher dem Tourismus verschrieben.
Dienstags (07/08) machten wir uns zu einer der Sehenswürdigkeiten auf, dem Boardwalk, auf dem man wildlebende Koalas und Flughunde sehen kann. Die Koalas zeigten sich an diesem Tag leider nicht, aber dafür umso mehr „fruitbats“.




Am Nachmittag besuchten wir das einzigartige Koala Hospital, in dem verletzte wilde Koalas behandelt und danach wieder in die Freiheit entlassen werden. Hier machten wir eine kostenlose Führung mit und sahen auch ein gerade geborenes Koalababy, welches von einer Pfegemutter gefüttert wurde.



Mittwochs (08/08) wanderten wir an ein Paar der zahlreichen Strände Port Macquaries entlang, entdeckten einige Delphine und genossen die Sonne, bevor es am frühen Abend weiter nach Newcastle ging.





In Newcastle wurden wir dann zum Glück von unserem Hostel abgeholt, da wir erst gegen 10 Uhr Abends mit dem Bus ankamen. Deshalb ging es nach dem Einchecken und einem verspäteten Abendessen auch direkt ins Bett.  Am Donnerstag (09/08) machten wir uns erstmal auf die Suche nach einem Second Hand Buchladen, um uns einen Reiseführer für Thailand zu besorgen. Buchläden haben wir dann sogar zwei gefunden, aber leider gab es keinen passenden Reiseführer. Am frühen Nachmittag schlenderten wir dann im Park und am Hafen  entlang, wo wir auch einige Delphine beobachten konnten.






Dienstag, 7. August 2012

Queenslands Final Four


25/07 – 01/08

Zwei Tage nach unserer Fraser Island Tour fuhren wir am Mittwoch (25/07) weiter nach „Rainbow Beach“.
Rainbow Beach ist keiner der typischen Touristen-Anlaufpunkte, aber dennoch laut Lonley Planet einer der schönsten Küstenabschnitte Queenslands. Der Name kommt von den farbigen Sandklippen am Strand, die besonders bei Sonnenschein wunderschön schimmern.
Dort verbrachten wir zwei Tage. Am ersten Tag wollten wir uns die farbigen Sandklippen aus der Nähe ansehen. Da wir aber vergessen hatten, uns vorher über die Ebbe- und Flutzeiten zu erkundigen, machte uns die einsetzende Flut einen Strich durch die Rechnung. Aber auch aus der Ferne sahen die bunten Sandformationen beeindruckend aus.



Donnerstags (26/07) gingen wir mit ein paar Leuten aus unserem Hostel zu „Carlo’s Sandblow“, einer riesigen Sanddüne.
Dort  versuchte sich Angela im Sandboarden. Dabei legt man sich auf eine Art Schwimmbrett und fährt mit dem Kopf nach vorne die Düne runter ;) Macht echt Spaß!




Danach wanderten wir durch die Wüstenlandschaft und sahen wir uns alle gemeinsam einen wunderschönen Sonnenuntergang an.




Am nächsten Morgen war es dann mal wieder an der Zeit die Koffer zu packen. Diesmal ging es mit dem Bus weiter nach „Noosa“. Noosa ist zwar etwas verwirrend aufgebaut, das macht es aber durch seine tollen Strände und den Noosa National Park wieder wett.
An unserem ersten Tag schauten wir uns erstmal die Umgebung vom Hostel und den naheliegenden Sunshine Beach etwas genauer an und beobachteten ein paar Surfer beim Wellenreiten.



Für Samstag (28/07) hatten wir einen Shuttlebus in den „Australian Zoo“ vorbestellt. Um acht Uhr gings los. Die Fahrt bis zum Zoo dauerte dann ca. 2 Stunden. Der Australian Zoo ist ungefähr 100 Hektar groß und beherbergt hauptsächtlich Tiere, die es in Australien gibt. Bekannt geworden, ist er vor allem wegen Steve Irvyn, dem Crocodile Hunter, der aber leider vor einigen Jahren bei einem seiner abenteuerlichen Ausflüge von einem Stachelrochen getötet wurde.




Im Zoo selbst werden verschiedene „Tiershows“ angeboten. So gab es etwa die Fütterung von Krokodilen, Ottern und Tigern zu bestaunen. Die australischen Wappentiere, die Känguruhs kann man in einem riesigen Gehege füttern und streicheln. Und auch die Koalas lassen sich über den extrem flauschigen Pelz streicheln ;-)





An unserem letzten Tag in Noosa (29/07) machten wir eine Wanderung im Noosa National Park, der an  ein paar der zahlreichen Strände der Sunshine Coast entlang führt. Dort sahen wir neben einem Possum auch unsere erste frei lebende Schlange - zum Glück in einiger Entfernung.





Unseren letzten Stopp im Bundesstaat Queensland legten wir in Brisbane ein. Mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern ist es fast doppelt so groß wie das schöne Saarland und für uns nach all den kleinen schönen Strandorten der letzten Wochen, wieder mal etwas anderes. Montags (30/07) sahen wir uns erstmal in der City um und statteten dem botanischen Garten einen Besuch ab.



Anscheinend sind die Brisbaner alle laufbegeistert. Jeder Zweite der uns im Park entgegen kam, war ein Jogger, der seine tägliche Runde drehte und auf den freien Rasenflächen trainierten einige mit ihren personal Trainern.
Dienstags (31/07) besuchten wir dann erst das Brisbane Museum und schlenderten im Anschluss an den Southlandbanks entlang und bestaunten die Skyline von Brisbane.



Donnerstag, 26. Juli 2012

Jede Menge Sand


18/07 – 24/07

Am Mittwoch (18/07) stiegen wir morgens um 10 Uhr mal wieder in den Greyhound, der uns an diesem Tag nach Hervey Bay bringen sollte. Dort wurden wir von unserem  „Friendly Hostel“ ;) abgeholt.  Auf der Fahrt kamen wir ins Gespräch mit der „Managerin“ und sie fragte uns, ob wir nicht Lust hätten, für zwei Stunden sauber machen am Tag, unsere Unterkunftskosten zu sparen. Da wir sowieso auf der Suche nach einem neuen WWOOF-Platz waren, sagten wir glatt zu. Statt der geplanten drei Tage Hervey Bay, blieben wir eine ganze Woche.
Jeden Morgen um neun Uhr ging es dann los. Wir mussten die Küchen und die Bäder sauber machen, die Betten abziehen und die Räume allgemein sauber halten. Das Hostel besteht aus vier „units“, die jeweils ihre eigene Küche, ihr eigenes Bad und drei Schlafzimmer haben. 


Die Tage in Hervey Bay verbrachten wir großteils an dem kilometerlangen Strand, um ein wenig an unserer Bräune zu arbeiten ;).




Wir waren natürlich nicht nur faul. Wir liehen uns Fahrräder im Hostel aus und erkundeten damit Hervey Bay. Zum Beispiel besuchten wir den botanischen Garten und den Pier der Stadt.






Für Montag (23/07) hatten wir uns in die „unique Fraser“ Tour nach „Fraser Island“ eingebucht.
Faser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Über mehrere Jahrhunderte haben das Meer und der Wind den Sand zu einer 1840 km² großen Fläche geformt, auf der es mehr als 100 Süßwasser-Seen gibt. Die Butchulla-Aboriginis (der Aborigini-Stamm, der auf Fraser Island lebte) nennt die Insel „K’gari“, was übersetzt Paradies heißt. Auf Fraser Island kann man nur mit Allrad-Geländewagen fahren, da es keine asphaltierten Straßen gibt, sondern nur schwer zu befahrende Sandpisten. Die längste offizielle Straße ist der „75 mile beach“, der auch gleichzeitig ein eingetragener Flughafen ist. ;)



Unsere Tour startete am Montagmorgen um 7.30 Uhr. Wir waren in zwei Geländewagen, mit je sechs Passagieren, einem Fahrer sowie Mala, einer Butchulla-Aborigini, die uns alles über die Mythen und Gebräuche ihrer Vorfahren auf der Insel erklärte.



Nach einer halbstündigen Fährenfahrt kamen wir endlich auf Fraser Island an. Unser erstes Ziel für den Tag sollte der McKenzie-See sein. Hier gibt es den zweitreinsten Sand in Australien, (92% reiner Silikat-Sand. Reiner ist der Sand nur am Whitehaven Beach (98%)) und auch eines der klarsten Wasser der Welt, da es vom Sand ständig gefiltert wird.







Danach ging es über den 75 mile beach zum „Maheno Shipwreck“, welches 1935 von einem Zyklon an Land gespült wurde. Während des zweiten Weltkriegs wurde es dann von den australischen Soldaten für Zielübungen mit Granaten genutzt. Wie uns der Tourguide erklärte, haben sie bei zehn Versuchen immerhin einmal getroffen ;).



Ein kleines Stück weiter nördlich liegen die „Pinnacles“, die auch als coloured sands bekannt sind. Den Geschichten der Butchulla-Aboriginies zufolge, kam eine Frau, die einem älteren Mann zur Ehe versprochen war, zu dieser Stelle, um sich mit dem „Rainbow man“ (einem der Aborigini-Götter) zu unterhalten. Der eifersüchtige zukünftige Ehemann verfolgte die Frau, um sie umzubringen, da er dachte, sie würde ihn mit einem anderen Mann betrügen. Also warf er seinem Boomerang nach der Frau. Der Rainbow Mann warf sich todesmutig zwischen die Frau und den Boomerang und sein Blut, welches die Farben des Regenbogens hatte, verteilte sich auf den Sandformationen.



Im Anschluss ging es dann zum „Eli Creek“, einem Bach, der täglich um die 80 Millionen Liter Wasser ins Meer spült.



Dann war auch schon Lunch-Zeit, den wir im „Wanggoolba Creek Rainforest“ aßen. Es gab Burger zum selber belegen und dazu Bier ;-) Während des Essens wurden wir von mehreren Kookaburra (oder in deutsch auch lachender Hans) beobachtet.




Frisch gestärkt, ging es dann weiter zu einem traditionellen Männer-Platz der Aboriginis, dem „Lake Wabby“. Hier wurden früher die Aborigini-Jungen in einer speziellen Zeremonie durch das Erfüllen verschiedener Aufgaben zu Männern.



Zum Abschluss unseres Tagesausflugs ging es dann noch zur „Central Station“. Central Station war die Hauptstation der Holzfäller Mitte des 20. Jahrhunderts, wo diese das gefällte Holz mit Pferden verfrachteten. Nachdem Fraser Island 1992 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, war auch mit dem Holzfällen Schluss auf der Insel. Heute kann man an der Central Station noch die alten Geräte und Maschinen der Holzfäller ansehen. Außerdem führt ein Rundweg an einem kleinen Bach mit super klarem Wasser entlang, in dem eine 300 Millionen alte Farnart wächst. Natürlich war der Farn, den wir gesehen haben, nicht 300 Millionen Jahre alt ;), aber DNA-Tests haben gezeigt, dass diese Farnart schon vor der Zeit der Dinos gewachsen ist.



Mittlerweile war es schon zehn vor fünf. Da unsere Fähre um fünf Uhr ablegen sollte, sagten unsere Fahrer, jetzt wäre es Zeit für den Rallye-Teil unserer Fahrt und legten einen Zahn zu :-). Wir schafften es, nach einer abenteuerlichen Fahrt, gerade noch so als letzte auf die Fähre, die dann während des Sonnenuntergangs zurück nach Hervey Bay fuhr.